Konzept...

Städtebaulicher Lösungsansatz

Die vorgefundene Situation in Zusammenhang mit der Aufgabenstellung des Auslobers führt uns zu folgendem Lösungsansatz:

Wir gliedern die Aufgabenstellung, ausgehend von einer unserer Ansicht nach „idealen und besten“ städtebaulichen Lösung. Diese Lösung bezieht das unmittelbare Umfeld zur Gänze ein und erstreckt sich auf das gesamte Areal. In diese Gesamtbetrachtung fließen sämtliche stadträumliche, funktionelle, infrastrukturelle und verkehrstechnische Parameter ein. Entsprechend dem Ergebnis der Analyse sehen wir eine Gliederung der Bebauung in vier Einzelbaukörper vor.

Konzept

 

 

 

 

 

 

Diese bestehen aus dem Eckbaukörper an der nordwestlichen Grundstücksecke, den Richtung Süden entlang der Lokalbahn angeordneten zwei Einzelhäusern und dem nördlichen, 3-geschossigen Baukörper entlang der Hauptstraße. Den nördlichen Abschluss bildet ein dreigeschossiger Verbindungsbaukörper. Dieser bildet östlich, parallel zum Nachbarhaus, die zentrale Garagenein- und Ausfahrt. Der Guntramsdorf prägende Blockrand wird zum Bahnhof wieder geschlossen und ein attraktiver Innenraum als neuer Hauptplatz im Ortszentrum geschaffen.

Die Größe, Ausrichtung, Gliederung und Anordnung dieser Gebäude, welche in Proportion und Feingliedrigkeit von der bestehenden Umgebung abgeleitet wurden, fügt sich harmonisch in das Ortsbild. Ein hohes Maß an Öffnung, Durchwegung, der Schaffung von Durch- und Einblicken in das Innere des Areals, wird durch die Durchgänge zwischen und in den „Häusern“, die teilweise bewusst trichterförmig gewählt wurden, erreicht.

Ein Durchwandern der Anlage, ein Umschreiten, Aufhalten, Verweilen, Spielen- und Bespielen soll erreicht werden. Dabei wird hohes Augenmerk auf einen barrierefreien Übergang zum Rathauspark gelegt. Bestehende Wege, Grünbereiche und Baumpflanzungen werden in die Freiraumplanung integriert und durch die Bebauung hindurchgeführt. Es entsteht gleichzeitig eine attraktive fußläufige Erschließung und somit eine Vernetzung mit den bestehenden Strukturen.

Architektonisches Konzept

Das Konzept der „Einzelbaukörper“ zieht eine Reihe von architektonischen Prinzipien nach sich: Baukörperproportion, Baukörperausrichtung, Fassadengliederung, Materialität und Farbgebung sind von wesentlicher Bedeutung. Jedes Gebäude erhält seine eigene Identität und stellt ein eigenes Stadthaus mit spezifischer Nutzung dar. 

Baukörper I: Zeilenbebauung entlang der nördl. Hauptstrasse

  • Nutzung im EG: Geschäftslokale
  • Nutzung im 1. - 3. OG: Wohnungen
     

Baukörper II: Büro- und Geschäftshaus

  • Nutzung im EG: Empfang, Bank und sonstige Büroflächen
  • Nutzung im 1. OG: multifunktionale Büroflächen, Polizei
  • Nutzung im 2. und 3. OG: multifunktionale Büroflächen
     

Baukörper III und IV: Büro- und Geschäftshaus

  • Nutzung im EG: Drogerie, Discounter, Geschäftslokal
  • Nutzung im 1., 2. und 3. OG: Büroeinheiten, flexibel teilbar von 180 – 390m2

Die Baukörper III und IV sind als Einzelbaukörper konzipiert.

Materialien: Generell wurde eine Stahlbetonkonstruktion mit vorgesetztem Vollwärmeschutz gewählt, die in verschiedenfarbiger, heller Ausführung bewerkstelligt werden soll. Die Fassaden im Erdgeschoßbereich und damit die Geschäftsflächen werden mittels einer Anthrazit farbenen Pfosten - Riegel – Konstruktion ausgeführt.

Das Grundrisskonzept ist so gewählt, dass die Nutzungseinheiten im Gebäuderaster von 1,30m flexibel organisierbar sind. Im Bürobereich bedeutet dies eine nachhaltig flexibel gestaltbare Größe der Mieteinheiten und Stellung der Zwischenwände für klassische Bürolayouts wie Gruppen- und Einzelbüros. Im Geschäftsbereich bedeutet dies eine frei gestaltbare Shopteilung – die Sanitärzone befindet sich dabei in der Mittelzone und ist ebenfalls weitgehend frei gestaltbar durch das System der abgehängten Decken in diesem Bereich.

Die Tiefgarage wird über eine Ein- und Ausfahrtsrampe im Nordosten des Areals erschlossen und erstreckt sich, gemeinsam mit den Technik- und sonstigen Nebenflächen über den Großteil des Bauplatzes. Die einzelnen Gebäude können über die Erschließungskerne direkt erreicht werden. Für sämtliche Nutzungen stehen separate Aufzüge und Treppenhäuser zur Verfügung. Ein getrennter Betrieb ist somit gewährleistet.

Basisunterlagen: OAR Johann Bellositz. Wir bedanken uns herzlich!

Der Rathausplatz – so wie er heute existiert – war bis 1969 im Besitz vom Stift Melk. Vormals Ackerland, wurde in der Zeit von 1845 bis 1848 ein Gutshof in Form eines überdimensionalen Vierkanthofes errichtet. Der Haupteingang, der auch mehrfach auf Postkarten abgebildet war, befand sich an der Hauptstraße. Innerhalb des Hofes befanden 

sich zudem weitere Gebäude. Milch und Milchprodukte wurden in großem Umfang erzeugt. Bis zu 400 Kühen standen in den Ställen. 28 Wägen, 30 Paar Ochsen und 65 Paar Pferde sicherten den An- und Abtransport von Produkten.

Eine Schlosserei, eine Schmiede, eine Sattlerei und eine Wagnerei waren ebenfalls am Gutshof untergebracht. Rund 200 ArbeiterInnen sorgten für den Betrieb. 1967 befasste sich Altbürgermeister Rudolf Mokra mit der Standortsuche für ein neues Rathaus.

Nach einigen Verhandlungen mit dem Stift Melk und - wie von OAR Johann Bellositz in seiner Zusammenfassung angemerkt hat – nach einigen Flaschen „Prälatwein“ wurde man sich Ende 1969 über den Ankauf bzw. Verkauf des Grundstücks einig. Der zweite Bewerber für das Grundstück, die Schrottfirma Josef Sieber konnte dazu bewegt werden ein anderes Grundstück an der Bahnstraße zu wählen. So konnte das 13.040 m² große Grundstück um 2,6 Mio. Schilling (rund EUR 189.0000.-) erworben werden. Nach Abbruch des Gutshofes und Verkauf eines Teilgrundstückes an die RAIKA wurde nach den Plänen des Siegers aus einem Ideenwettbewerb – Arch. Dipl.-Ing. Adolf Straitz aus Mödling – 1977 mit dem Bau des heutigen Rathauses begonnen. Am Nationalfeiertag 1979 wurde das jetzige Rathaus dann der Gemeinde offiziell übergeben und eröffnet. Die restliche Fläche wurde als Park angelegt, der jedoch außer zu Festivitäten zu Weihnachten, zu Jakobi und zum ersten Mai kaum benützt wurde und wird.

2009 wurde im Gemeinderat schließlich über den Verkauf eines weiteren Teilgrundstücks positiv abgestimmt. Der Käufer – die PORR Solutions verpflichtete sich, in einem entsprechenden Auswahlverfahren ein Projekt zu entwerfen, dass den örtlichen Gegebenheiten Rechnung trägt und die Eingliederung in das Ortsbild jedenfalls berücksichtigt. Ein qualitativ hochwertiges Konzept für Guntramsdorf in engster Zusammenarbeit mit der Gemeinde stand im Mittelpunkt der Gespräche. Zur Vermeidung von Grundstücksspekulationen wurde durch eine Zusatzvereinbarung die Rückabwicklung des Kaufs sichergestellt, sollte nach 3 Jahren Rechtswirksamkeit des Kaufvertrages die Errichtung des Gebäudes nicht begonnen haben.

Nach einem Architekturwettbewerb Ende 2009, aus welchem die ARGE KS Ingenieure und Weichenberger Architects als Sieger hervor ging, wurden das Siegerprojekt der Bevölkerung im Mai 2010 bei einer Bürgerveranstaltung vorgestellt. Das Projekt wurde bis zum heutigen Tag verfeinert. Erschließungskonzept Die Gemeinde beabsichtigte mit dem Verkauf der Teilliegenschaft an die PORR das von den 1970er Jahren geprägte Ortsbild zu verbessern.

Gleichzeitig sollte die Versorgung im Zentrum nachhaltiger gestaltet werden. Um das beste Konzept für die Gemeinde im Zentrum zu erhalten, war es wichtig, dass das Bahnhofsareal der Wiener Lokalbahnen funktionell integriert wird. Zu diesem Zweck wurden erfolgreich Gespräche aufgenommen. Auch die RAIKA zeigte Interesse an einer Gesamtlösung im Sinne der BürgerInnen. Ein besonderes Anliegen der Gemeinde war es zudem den Kreuzungspunkt Hauptstraße/Friedhofsstraße insbesondere im Hinblick für die Schulkinder zu entschärfen. Gemeinsam mit der PORR wurde nun folgende Lösung gefunden:

Zwei nicht mehr notwendige Rangiergleise (Gleis 3+5) und die alte Ladestraße werden aufgelassen. Des Weiteren werden die Gemeinde und die Raika Grundstücke zur Verfügung stellen, damit ein ca.13 m breiter Streifen zwischen den zu errichtenden Gebäudeteilen und dem Bahnhof entsteht. Dieser Streifen dient nicht nur der Erschließung, sondernd bietet 

Platz für Außenstellplätze. Neben den Pkw-Stellplätzen werden auch Fahrradabstellplätze entstehen. Die derzeit bestehende Barriere zum Bahnhof wird durch einen oberirdischen Fußgänger-Übergang zum Bahnhofsgebäude aufgelöst.

Kreuzung Hauptstraße / Friedhofstraße: Es verbleiben nur noch zwei Gleise, die die Hauptstraße kreuzen. Im Bereich der Kreuzung Hauptstraße / Friedhofstraße wird ein Fußgängerübergang mit einer Verkehrsinsel entstehen. Die Friedhofstraße wird aus beiden Richtungen von der Hauptstraße einfahrbar sein und auch umgekehrt. Die Kreuzung wird besser geregelt sein und sicherer für die Kinder auf ihren Schulweg werden.

Um dies umzusetzen werden umfangreiche Rückbauten, Versetzungsarbeiten der Sicherungs- und Signalanlagen, Instandsetzungsarbeiten und Ausbauarbeiten notwendig sein. Die WLB wird darüber hinaus auch ihren Bahnhof u.a. mit neuen Bahnsteigen verschönern.

Die Aufwendungen dieser Maßnahmen betragen über 1 Mio. €, die von den Projektpartnern gemeinsam getragen wurden.